BitMine Immersion Technologies
BitMine Immersion Technologies sitzt auf einem massiven Papierverlust, der mit Ethereum verbunden ist. Das Unternehmen gibt an, etwa 4,285 Millionen ETH zu halten, die bei aktuellen Preisen rund 9,9 Milliarden Dollar wert sind. Doch der durchschnittliche Kaufpreis lag deutlich höher, sodass sich eine Lücke von mehr als 6 Milliarden Dollar an nicht realisierten Ethereum-Verlusten ergibt, basierend auf Zahlen aus der jüngsten Bilanz und Aktualisierungen.
Ein nicht realisierter Verlust bedeutet, dass der Verlust nur auf dem Papier existiert. BitMine besitzt das Ethereum weiterhin. Der Verlust wird erst „real“, wenn das Ethereum für weniger verkauft wird, als es bezahlt wurde. Diese Tatsache ist wichtig, weil BitMine seinen Plan aufs Halten und nicht aufs Kaufen/Verkaufen ausgelegt hat – selbst wenn der ETH-Preis fällt.
Das Unternehmen begann als Krypto-Miner, wechselte aber 2025 zu einer Ethereum-Treasury-Firma. Das Ziel ist es, 5 % des Ethereum-Angebots zu erreichen, was bei gleichbleibendem Supply etwa 6 Millionen ETH entspräche. Supply-Tracker beziffern das Ethereum-Angebot Anfang 2026 auf etwa 118–121 Millionen, wodurch BitMine-Bestand einen bedeutenden Teil des Netzwerks ausmacht.
BitMines jüngster Kauf zeigt, dass weiterhin ETH hinzukommt. Das Unternehmen erwarb 41.788 ETH im Wert von etwa 96 Millionen Dollar, während der Markt fiel. Laut eigener Mitteilung und damit verbundener Berichte liegt der Gesamtbestand jetzt bei über 3,5 % der zirkulierenden Ethereum-Menge.
Das Problem ist einfache Mathematik. BitMine hat den Großteil seiner Position bei Preisen von etwa 3.800–4.001 Dollar pro Münze aufgebaut, danach fiel ETH in die Mitte der 2.000-Dollar-Region. In einer in Berichten zitierten Momentaufnahme hatte das Unternehmen etwa 3,7 Millionen Ethereum für rund 14,95 Milliarden Dollar gekauft; derselbe Bestand wurde später mit etwa 8,8 Milliarden Dollar bewertet. Diese Differenz treibt die riesige nicht realisierte Verlustsumme, die nun mit BitMine verbunden ist.
Vorstandschef Tom Lee hält die Kommunikation stabil. Er argumentiert, dass sich die Fundamentaldaten von Ethereum besser darstellen als der Kursverlauf. Er verweist auf anhaltende On-Chain-Aktivität und stabile aktive Wallets – ein Bild, das man in früheren Krypto-Wintern nicht gesehen habe. Der Markt behandle Ethereum wie ein Risikoasset, obwohl die Netzwerknutzung hoch bleibe.
BitMine will darüber hinaus durch Staking Erträge erzielen. Beim Staking wird ETH gesperrt, um das Netzwerk zu sichern und Blöcke zu validieren, wofür Belohnungen fließen. BitMine gibt an, etwa 2,9 Millionen Ethereum gestaked zu haben und baut ein Validatoren-Setup namens MAVAN auf. Als Composite-Staking-Rate nannte das Unternehmen rund 2,81 % und sprach von jährlichen Staking-Einnahmen, die mit steigendem Staking-Anteil zulegen.
Große Investoren sind an Bord. BitMine wies auf Unterstützung von Ark Invest, Founders Fund, Galaxy Digital und der Exchange Kraken hin. Diese Beziehungen finanzieren die Ethereum-Treasury-Strategie, doch Rückendeckung verhindert keine Verluste, wenn ETH stark fällt.
Lee führt einen Teil des jüngsten Abverkaufs auf den Nachwein einer Liquidierungswelle im Oktober sowie auf Kapitalströme in Edelmetalle zurück. Liquidationen entstehen, wenn Trader mit Kredithebeln auf Kursbewegungen setzen und beim Marktumschwung zwangsweise aussteigen müssen. Parallel schreibt Gold Rekorde und schwankt stark – was Aufmerksamkeit und Geld von Kryptomärkten abziehen kann.
BitMine erklärt, für seine Ethereum-Käufe keinen Leverage eingesetzt zu haben, wodurch das Risiko zwangsweiser Verkäufe sinkt. Das unterscheidet das Unternehmen von einigen Krypto-Treasury-Firmen, die sich verschulden, um Coins zu stapeln, und bei fallenden Preisen unter Druck geraten. Auch ohne Fremdkapital kann der Aktienkurs leiden: Die BMNR-Aktie fiel mit sinkendem Ethereum und ist seit der Ankündigung der Ethereum-Treasury-Umstellung sehr volatil.
Der Druck beschränkt sich nicht auf Ethereum-Treasuries. Michael Saylor und Strategy Inc. stehen mit Blick auf Bitcoin ebenfalls vor der Frage, wie sich Leverage und Schulden in einem Abschwung verhalten. Der Untersuch: BitMines Wette gilt Ethereum, das stärker schwankt als Bitcoin, weshalb Drawdowns in kurzen Zeitfenstern gravierender aussehen können.
Derzeit liefert BitMines Geschichte eine klare Momentaufnahme dessen, was geschieht, wenn ein einzelnes Unternehmen versucht, einen großen Anteil an Ethereum zu halten. Der Plan: ETH halten, ETH staken und den Zyklus aussitzen. Das Risiko: Ethereum könnte länger niedrig bleiben als erwartet und aus dem Papierverlust eine dauerhafte Belastung für Geschäft, Aktie und den gesamten Ethereum-Handel werden lassen.