Das Weiße Haus wird am 10. Februar zu einer weiteren geschlossenen Sitzung zusammenkommen, um den Stillstand bei der US-Krypto-Regulierung zu durchbrechen. Die Gespräche folgen auf ein Treffen am 2. Februar, das ohne Einigung endete, obwohl Banken- und Krypto-Verbände die Diskussion als nützlich bezeichneten. Der Streit hat den CLARITY Act gebremst, ein zentrales Marktstrukturgesetz für Krypto, das im Juli 2025 das Repräsentantenhaus passierte und nun einen Weg durch den Senat finden muss.
Im Mittelpunkt des Disputs steht eine Frage: Darf ein Stablecoin dem Halter Zinsen oder andere Vergütungen zahlen? Diese Frage hat Stablecoin-Politik zum Haupthemmschuh für das Gesamtpaket gemacht. Gesetzgeber und Lobbyisten können sich zu vielen Regeln für Krypto-Handel und Registrierung einigen, kehren aber immer wieder zu Stablecoin-Rewards zurück.
Ein Stablecoin ist ein digitaler Token, der einen stabilen Preis halten will, oft nahe einem US-Dollar. Menschen nutzen Stablecoins, um Geld schnell zu bewegen, Krypto zu handeln und Mittel zu parken, ohne die Blockchain zu verlassen. Viele Emittenten geben an, jeden Stablecoin mit Reserven wie Bargeld und kurzlaufenden US-Schatzwechseln zu hinterlegen. Im Rahmen des GENIUS Act rückten Regeln für Stablecoin-Reserven und öffentliche Offenlegung in den Fokus, um Vertrauen zu schaffen.
Nun treibt ein neueres Produkt die Debatte weiter voran. Ein verzinslicher Stablecoin teilt einen Teil seiner Erträge mit den Nutzern. Der Emittent kann auf Reserven Erträge erzielen und einen Teil als Stablecoin-Zinsen oder -Rewards weitergeben. Krypto-Firmen sagen, diese Funktion helfe Nutzern und mache sie wettbewerbsfähig. Banken argumentieren, es sehe wie ein Einlagenprodukt aus, aber ohne gleiche Schutzvorkehrungen.
Banken-Chefs warnen, Stablecoin-Zinsen könnten Mittel aus versicherten Bankeinlagen abziehen. Einlagen sind eine zentrale Finanzierungsquelle für viele Banken. Wenn Kunden Geld in Stablecoins verschieben, um Zinsen zu jagen, befürchten Banken schnellere Abflüsse in Stresszeiten. Sie betonen, Stablecoin-Emittenten unterlägen nicht denselben Eigenkapital-, Liquiditäts- und Aufsichtsregeln wie Banken. Nach ihrer Sicht entstehe so ein Parallel-Bankenwesen, das schnell außerhalb des Sicherheitsnetzes wachsen könne.
Krypto-Firmen wehren sich und nennen ein Verbot von Stablecoin-Zinsen wettbewerbswidrig. Ein Stablecoin sei kein Bankkonto und dürfe nicht in dasselbe Schema gezwungen werden. Stablecoin-Zinsen seien normale Folge verzinslicher Reserven, und Nutzer sollten an diesem Wert teilhaben. Rewards lockerten neue Kunden an, da sie Stablecoins für Zahlungen, Trading oder Sparen attraktiver machten. Einige Manager warnen: Verbiete die USA Stablecoin-Zinsen, wandert die Aktivität ab und die nächste Welle digitaler Finanzen entstehe anderswo.
Diese Spaltung brachte das Weiße Haus ins Spiel. Die Gespräche laufen im Rahmen der Krypto-Politik-Initiative der Administration, mit dem Ziel, beide Seiten zu Kompromisstexten zu bewegen. Teilnehmer der ersten Runde berichteten, das Stablecoin-Thema bleibe offen; Reuters zufolge endete das Treffen ohne Einigung. Die nächste Sitzung soll ranghöhere Führungskräfte großer Banken und führender Krypto-Unternehmen einbinden.
Ein Kompromiss, falls er zustande kommt, könnte auf Begrenzungen statt totalem Verbot basieren. Eine Option erlaubt Stablecoin-Zinsen nur unter strengen Auflagen: klare Reservenanforderungen, strenge Verwahrregeln, umfassende Offenlegung. Eine andere beschränkt, wer Zinsen anbieten darf, oder wie Rewards beworben werden dürfen, um Verwechslungen mit Bankeinlagen zu vermeiden. Gesetzgeber könnten Verbraucherschutzregeln hinzufügen, damit Nutzer Risiken verstehen – etwa was bei Emittenten-Insolvenz passiert oder wie Rückzahlungen unter Druck funktionieren.
Die Uhr tickt. Das Weiße Haus will bald Bewegung, und der Kongresskalender ist voll. Verzögerungen beim CLARITY Act könnten den Schwung bremsen und die Krypto-Regulierung im heutigen Flickenteppich feststecken lassen. Für Banken geht es um Einlagen, Refinanzierung und Stabilität. Für die Krypto-Branche darum, ob ein Stablecoin wie modernes Geld funktioniert und ob Innovation in den USA bleibt.
Die Sitzung vom 10. Februar mag nicht jedes Detail klären, aber die Richtung vorgeben. Einigen sich die Verhandler auf einen Rahmen für Stablecoin-Zinsen, könnte das Gesamtpaket wieder Fahrt aufnehmen. Scheitern sie, könnte der Stablecoin-Streit die größere Initiative für klare Bundesregeln für digitale Assets weiter blockieren – während die Nutzung von Stablecoins weiter wächst.