Home NachrichtenBitcoin Europa ist neuer Hotspot für brutale Crypto-Wrench-Attacken – 40 % aller Fälle

Europa ist neuer Hotspot für brutale Crypto-Wrench-Attacken – 40 % aller Fälle

by mei
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Europa ist laut einem neuen Bericht des Blockchain-Sicherheitsunternehmens CertiK zur risikoreichsten Region für sogenannte „Wrench-Attacken“ geworden. Der Bericht dokumentiert physische Straftaten im Zusammenhang mit Krypto-Besitz, wie Raub, Körperverletzung und Entführungen, bei denen Täter Opfer dazu zwingen, Kryptowährungen herauszugeben. CertiK zählte 2025 weltweit 72 bestätigte Wrench-Attacken – ein Anstieg von 75 % gegenüber 2024. Über 40 % dieser Vorfälle ereigneten sich in Europa, fast doppelt so viele wie im Vorjahr.

CertiK berichtet, dass Wrench-Attacken immer brutaler werden: Entführungen stiegen 2025 um 66 %, Körperverletzungen sogar um 250 %. Häufig beginnen die Angriffe mit Doxxing und einfacher Überwachung. Kriminelle suchen nach Prahlereien, Wallet-Screenshots oder Hinweisen auf den Wohnort. Viele Attacken nutzen OSINT – Open-Source Intelligence – aus öffentlich zugänglichen Daten und sozialen Medien.

Europa wurde dabei härter getroffen als jede andere Region. Frankreich führte 2025 mit 19 Fällen die Länderliste an; die USA verzeichneten acht.

Ein prominentes Beispiel zeigt, wie grausam Wrench-Attacken werden können: Im Januar 2025 wurden Ledger-Mitgründer David Balland und seine Frau in Frankreich aus ihrem Haus entführt; die Täter verlangten ein großes Krypto-Lösegeld. Balland wurde laut Staatsanwaltschaft schwer verletzt, bevor die Polizei das Paar befreite und Verdächtige festnahm. Der Vorfall warnt: Es geht nicht nur ums Geld.

Wrench-Attacken beschränken sich nicht auf Europa. Asien machte 2025 etwa ein Drittel aller Fälle aus. CertiK warnt Krypto-Touristen und Expats in Hotspots wie Thailand und Hongkong. Manche Attacken beginnen, nachdem ein Ziel eine Fahrt teilt, eine Wallet-App zeigt oder einem scheinbar hilfsbereiten Kontakt begegnet.

Die Schäden sind hoch – auch wenn die Summen unklar bleiben. CertiK beziffert die durch Wrench-Attacken entstandenen Verluste für 2025 auf über 40,9 Millionen US-Dollar; die Zahl dürfte zu niedrig sein, da viele Opfer nicht zur Polizei gehen und Lösegelder schwer zurückzuverfolgen sind. Geschwindigkeit ist Trumpf.

Der zentrale Hinweis des Berichts: Reine Code-Updates stoppen Wrench-Attacken nicht. Werden Börsen und Wallets online immer sicherer, verlagern sich Kriminelle in die reale Welt. Der Mensch bleibt laut CertiK die schwächste Stelle – was erklärt, warum Wrench-Attacken steigen können, obwohl die Cybersicherheit besser wird. „Bewahre einfach deine Seed-Phrase sicher auf“ reicht deshalb nicht mehr.

Wer das Risiko senken will, sollte auf einfache Gewohnheiten und persönliche Sicherheitsaufmerksamkeit setzen: Weniger online preisgeben, keine Echtzeit-Standorte posten, das meiste Geld auf Hardware-Wallets in Cold Storage halten und nur ein kleines „Spending“-Wallet auf dem Smartphone führen. Für größere Beträge Multi-Signature-Wallets oder Passphrases nutzen, damit ein gestohlenes Gerät nicht alles auf einmal leeren kann. Diese Maßnahmen verhindern keine Wrench-Attacke vollständig, verzögern aber Angreifer und begrenzen den Schaden.

Während Wrench-Attacken zunehmen, rückt Russland mit der Öffnung des Krypto-Handels für Privatanleger näher. Der Staatsduma-Abgeordnete Anatoli Aksakow sagte, ein Gesetzesentwurf liege fertig vor. Nicht-qualifizierte Anleger sollen demnach bis zu 300.000 Rubel in Kryptowährungen investieren dürfen; professionelle Teilnehmer hätten kein Limit. Die Regeln könnten auch grenzüberschreitende Abwicklungen und den Vertrieb russischer Token im Ausland ermöglichen.

Die russische Zentralbank skizzierte einen ähnlichen Rahmen: In einer Erklärung vom 23. Dezember 2025 heißt es, nicht-qualifizierte Anleger dürften nach Bestehen eines Risiko-Tests und innerhalb der 300.000-Rubel-Jahresgrenze nur über eine Intermediärin die liquidesten Kryptowährungen kaufen. Krypto und Stablecoins dürfen gehandelt, aber nicht zur Zahlung innerhalb Russlands genutzt werden.

Beide Entwicklungen treffen auf Nutzer-Ebene zusammen: Mehr Zugang bringt neue Halter, und diese können zu Zielen für Wrench-Attacken werden, wenn sie zu viel preisgeben oder große Beträge auf dem Handy tragen. CertiK konstatiert, dass Wrench-Attacken in Europa schneller steigen als in Nordamerika – warnt aber, dass das Nordamerika nicht „sicher“ mache.

Wer 2026 Krypto hält, muss Wrench-Attacken ernst nehmen. Persönliche Sicherheit ist ebenso wichtig wie Wallet-Sicherheit. Identität und Bestände geheim halten, Überweisungswege planen und davon ausgehen, dass Kriminelle dieselben Posts lesen. Wrench-Attacken gelingen, wenn das Ziel keine Vorbereitung und keine Zeit hat.

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