Bitcoin rutschte am Donnerstag unter 63.000 US-Dollar und schreckte Händler auf. Schwache US-Arbeitsmarktdaten, ein schwächerer Aktienmarkt und neue Sorgen um einen KI-Ausgaben-Boom trieben Investoren in Sicherheit. In diesem Umfeld stellten sich viele eine Frage: Kann Bitcoin bis März auf 90.000 US-Dollar zurückkommen?
Ein wichtiger Hinweis liegt in den Bitcoin-Optionen. Bitcoin-Optionen ermöglichen es Händlern, Versicherung zu kaufen oder eine Kursmeinung einzunehmen, ohne BTC zu besitzen. Da Bitcoin-Optionen täglich gehandelt werden, zeigen sie oft Stimmungsverschiebungen, bevor die Kassamärkte beruhigt sind. Derzeit wirken Bitcoin-Optionen vorsichtig.
Auf Deribit, einer großen Krypto-Derivate-Börse, bewerteten Händler den Kontrakt mit Fälligkeit am 27. März, der oberhalb von 90.000 US-Dollar auszahlt, nur niedrig. Die 90.000-Dollar-Call-Option wechselte für etwa 522 $ die Hand. Einfach gesagt: Käufer von Bitcoin-Optionen zahlten nicht viel für einen großen Kurssprung. Mit gängigen Preismodellen wie Black-Scholes impliziert dieser Call-Preis eine Wahrscheinlichkeit von unter 6 %, dass Bitcoin Ende März 90.000 $ erreicht. Bitcoin-Optionen zeigen auch Nachfrage nach Absturzschutz. Eine Put-Option auf 50.000 $ zur gleichen Fälligkeit handelte bei etwa 1.380 $, was in etwa einer Chance von einem zu fünf für einen tieferen Fall entspricht.
Diese Zahlen sagen nichts über die Zukunft voraus. Sie zeigen, was Händler aktuell zu zahlen bereit sind. Bitcoin-Optionen verwandeln kollektive Emotion in „implizite Volatilität“, eine Marktschätzung, wie stark der Preis schwanken könnte. Steigt die implizite Volatilität, werden Bitcoin-Optionen teurer, weil das Risiko höher erscheint. Fällt sie, werden sie billiger, weil Händler mit ruhigerem Handel rechnen. Die aktuelle Mischung signalisiert, dass Händler in den nächsten Wochen begrenztes Aufwärtspotenzial, aber spürbares Abwärtsrisiko sehen.
Makrostress erklärt, warum Bitcoin-Optionen defensiv geprägt sind. Neue Entlassungszahlen kamen, als Krypto nachgab. US-Arbeitgeber meldeten laut Challenger, Gray & Christmas im Januar 108.435 Stellenstreichungen – ein Plus von 118 % gegenüber Januar 2025 und die höchste Januar-Zahl seit 2009. Solche Kündigungen schwächen die Risikobereitschaft. Wenn Investoren ihre Positionen abbauen, preisen Bitcoin-Optionen oft geringere Rebound-Chancen ein und verzeichnen höheren Schutz-Bedarf.
Aktien verschärften den Druck. Bitcoins jüngster Rückgang folgte Verlusten bei mehreren großen börsennotierten Unternehmen aus den Bereichen Zahlungen, Handel und Software. Wenn Aktien wanken, verhält sich Bitcoin oft wie ein Hoch-Beta-Asset und schwingt mit dem allgemeinen Risikogefühl. Diese Kopplung ist wichtig, weil viele Fonds Bitcoin-Optionen zur Absicherung nutzen; wackelige Aktien können die Prämien für Puts dadurch steigern.
Ein weiterer Treiber ist die KI-Ausgaben-Debatte. Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, kündigte für 2026 Kapitalaufwendungen von etwa 175–185 Mrd. US-Dollar an – deutlich über den Analystenerwartungen und Anlass für Zweifel an der Rendite von Rechenzentrums-Investitionen. Zweifeln Investoren am „KI-Trade“, stutzen sie oft ihre Positionen in Wachstumsanlagen. Diese Verschiebung schlägt sich schnell in Bitcoin-Optionen nieder, weil Händler bei Sorge vor breiteren Verkäufen zu Puts greifen.
Eine neuere Sorge belastet Bitcoin-Optionen zusätzlich: Quantencomputing. Die Angst gilt nicht heutigen Maschinen, sondern künftigen Systemen, die – falls sie schnell voranschreiten – ältere Kryptografie bedrohen könnten. Jefferies-Stratege Christopher Wood strich kürzlich Bitcoin aus seinem Modell-Portfolio und nannte das Quantenrisiko als Grund. Solche Schlagzeilen schwächen die Stimmung, und Bitcoin-Optionen bepreisen Unsicherheit, auch wenn der Zeitrahmen offen bleibt.
Händler beobachten auch Unternehmens-Bitcoin-Reserven. Manche börsennotierten Firmen haben große BTC-Bestände mit Fremdkapital oder neuen Aktien finanziert. Bleibt Bitcoin länger schwach, könnten diese Unternehmen unter Druck geraten, umzufinanzieren, Kasse zu beschaffen oder Risiko zu senken. Investoren fürchten Zwangsverkäufe, weil sie Abwärtsbewegungen beschleunigen können. Steigt diese Angst, wächst über Bitcoin-Optionen die Nachfrage nach Absicherungen.
Was müsste sich also ändern, damit Bitcoin bis März auf 90.000 $ vorstoßen kann? Bitcoin-Optionen würden es wahrscheinlich zuerst zeigen – durch stärkere Nachfrage nach Calls und höhere Preise für 90.000-Dollar-Strikes. Händler bräuchten zudem ruhigere Makrodaten, stabilere Aktien und weniger Stress um KI-Ausgabenpläne. Ein Sprung ist auch in rauen Märkten möglich, doch eine derart große Bewegung braucht meist Zuflüsse aus risikofreudigem Kapital und frisches Spot-Kaufinteresse, das in die Bitcoin-Optionen durchschlägt.
Derzeit deuten Bitcoin-Optionen darauf hin, dass 90.000 $ möglich, aber kein Basisszenario für März ist. Das schließt eine Rallye nicht aus – es bedeutet, dass Händler heute nicht viel für dieses Ergebnis zahlen. Gleichzeitig zeigen Bitcoin-Optionen, dass viele weiterhin Schutz wollen, falls der Rückgang tiefer wird.