Home NachrichtenEthereum Buterin: Ethereum braucht 90 % weniger Stake für Sicherheit

Buterin: Ethereum braucht 90 % weniger Stake für Sicherheit

by muhammed
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Vitalik Buterin sagt, dass Ethereum möglicherweise weit mehr für Sicherheit ausgibt, als tatsächlich nötig ist. In einem Interview am 30. März 2026 in Bangkok erklärte der Mitbegründer von Ethereum, dass die derzeitige Staking-Basis des Netzwerks „viel zu groß“ sei und argumentierte, dass Ethereum mit etwa einem Zehntel des heutigen gestaketen Wertes sicher bleiben könnte, wenn sein Peer-to-Peer-Netzwerk und seine soziale Schicht stärker würden. Das ist relevant, da mittlerweile zig Millionen ETH im Staking gebunden sind, was der Kette ein enormes wirtschaftliches Gewicht verleiht, aber auch neue Fragen aufwirft, ob mehr Kapital immer auch mehr echte Sicherheit bedeutet.

Die Grundangst ist einfach. Wenn ein einzelner großer Akteur jemals genug Kontrolle über gestakete ETH erlangen würde, könnte er das Netzwerk angreifen? Binance taucht in dieser Diskussion häufig auf, weil es eine der größten Börsen ist und ebenfalls Staking-Dienste anbietet. Buterins Antwort: Eine sogenannte 51%-Attacke auf Ethereum würde nicht so funktionieren, wie sich das viele vorstellen. Auf Ethereum müsste ein Angreifer einen massiven Anteil der gestaketen ETH kontrollieren, und jeder eindeutige Angriff würde Slashing auslösen, wodurch ein Teil des Stakes des Angreifers vernichtet würde. Anders gesagt: Der Angreifer würde sein eigenes Geld verbrennen, um der Kette zu schaden.

Aber der größere Punkt ist: Ethereum stützt sich nicht allein auf Mathematik. Es stützt sich auch auf Menschen. Wenn ein großer Validator versuchen würde, Nutzer zu zensieren oder die Kette zum Stillstand zu bringen, könten ehrliche Validatoren eine Reaktion koordinieren, Client-Teams einen Soft Fork unterstützen und Börsen, Node-Betreiber und Nutzer sich dafür entscheiden, der ehrlichen Kette zu folgen anstatt der Version des Angreifers. Diese soziale Schicht ist im Vergleich zu purem Code unordentlich, aber sie ist auch ein Grund dafür, warum Ethereum sich nicht leicht einschüchtern lässt. Eine feindliche Kette mit mehr Stake kann trotzdem ihre Legitimität verlieren, wenn das breitere Netzwerk sie ablehnt. Buterin vertritt diese Position schon länger und warnt, dass Ethereum bereits mehr ökonomische Finalität besitzt, als es wahrscheinlich braucht, und dass einige der größten Risiken mittlerweile außerhalb der reinen Staking-Summe liegen.

Eine weitere Begrenzung ist in Ethereums Proof-of-Stake-Design eingebaut. Ein Mehrheitsangreifer kann keine falschen Münzen drucken oder das Netzwerk dazu zwingen, ungültige Blöcke zu akzeptieren. Der Hauptschaden wäre Zensur oder die Störung der normalen Blockproduktion. Das ist ernst, aber sehr verschieden von direktem Diebstahl. Für ein Unternehmen wie Binance sähe die Abwägung furchtbar aus: riesige Verluste durch Slashing, massive rechtliche und regulatorische Gegenwehr und wahrscheinlich tödlichen Schaden für das Nutzervertrauen. Der Angriff wäre teuer, öffentlich und selbstzerstörerisch.

Diese Debatte hängt auch mit einer zweiten Behauptung zusammen, die momentan kursiert: der Betriebszeitbilanz von Ethereum. Ethereum-Unterstützer verweisen oft auf die lange Betriebsgeschichte der Kette und sagen, dass Zuverlässigkeit einer der stärksten Verkaufsargumente sei. Ethereum.org gibt an, dass etwa 38,5 Mio. ETH gestaked und mehr als 930.000 Validatoren aktiv sind, wobei Home-Staking als stärkste Option für Dezentralisierung angepriesen wird. Diese breite Validatoren-Basis erklärt, warum Ethereum als schwer abzuschalten gilt. Das Netzwerk hat während großer Upgrades weiterlaufen können, darunter der Wechsel zu Proof of Stake und die Einführung von Staking-Abhebungen.

Der Vergleich mit Konkurrenten macht die Geschichte nuancierter. Solana hatte in seinen frühen Jahren eine Geschichte von Ausfällen, obwohl seine eigene Statusseite mittlerweile 100 % Betriebszeit in den letzten 90 Tagen anzeigt und Berichte aus 2025 besagen, dass es ein ganzes Jahr ohne großen Ausfall geschafft hat. Das macht Solana zu einem glaubwürdigeren Konkurrenten, als es während seiner schwierigen Phase von 2020 bis 2024 war. Ethereum stützt sich nach wie vor auf die längere Stabilitätsbilanz, aber die Lücke besteht nicht mehr nur darin, dass eine Kette läuft und die andere nicht. Jetzt geht es darum, wie jedes Netzwerk Geschwindigkeit, Dezentralisierung, Validatorenverteilung und Erholungswerkzeuge unter Stress ausbalanciert.

Darum sind Buterins Aussagen über eine Schlagzeile über Binance hinaus wichtig. Er argumentiert, dass die künftige Sicherheit von Ethereum weniger davon abhängen könnte, noch mehr ETH zu staken, sondern vielmehr davon, die menschlichen und technischen Schichten des Netzwerks robuster zu machen. Große Staking-Anbieter spielen weiterhin eine Rolle, und Lido bleibt die größte Einzelstaking-Kraft mit rund einem Viertel der gestaketen ETH, wodurch das Zentralisierungsrisiko weiterhin Thema ist. Aber die tiefere Botschaft lautet: Resilienz besteht nicht nur darin, wie viel Geld feststeckt, sondern darin, ob die Kette weiterlaufen, Vertrauen halten und sich schnell erholen kann, wenn Druck auftritt.

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