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Krypto-Winter 2025: Warum die Talsohle kommt, wenn die Panik verebbt

by mei
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Seit Anfang 2025 bestimmt der Crypto Winter die Geschichte der Digitalwerte. Viele Trader nennen ihn weiterhin nur einen Dip, doch die Kursbewegung sieht nach einem echten Crypto Winter aus. Bitcoin erreichte Anfang Oktober 2025 ein Rekordhoch über 125.000 USD, stürzte danach aber in den folgenden Monaten heftig ab. Jetzt versucht der Markt, Halt zu finden – genau das Gefühl eines Crypto Winters.

In einem Crypto Winter bewegen gute Schlagzeilen die Preise nicht wie erwartet. Es gibt Neuigkeiten über neue Produkte, neue Regeln und neue prominenten Käufer – doch die Charts fallen weiter. Diese Kluft irritiert viele. Das muss sie nicht. Ein Crypto Winter folgt oft nur einer Logik: erzwungene Verkäufe. Wenn sich Leverage aufbaut, löst ein Rückgang Liquidationen aus. Dann können selbst starke Projekte mit dem Rest des Marktes sinken.

Dieser Crypto Winter zeigt auch eine Spaltung innerhalb des Krypto-Sektors. Große Coins, die institutionelle Anleger einfach kaufen können, halten sich besser. Kleinere Coins, für die es kaum Fonds-Zugang gibt, fallen stärker. Dieses Muster ist wichtig, weil es beeinflusst, wie sich der Schmerz verbreitet. Retail-Investoren spüren den Crypto Winter zuerst. Große Kapitalströme können ihn eine Zeit lang kaschieren, doch wenn keine neuen Käufer mehr kommen, zeigt sich der Stress später.

Dieser Hintergrund prägte die Atmosphäre am Dienstag in New York City, wo Pantera-Capital-CEO Dan Morehead gemeinsam mit Tom Lee auf dem Ondo Summit ein Panel bestritt. Sie räumten den rauen Markt ein, betonten aber die Langfrist-Perspektive. Morehead argumentierte, Bitcoin werde in den nächsten zehn Jahren Gold schlagen, weil Bitcoin ein festes Angebot habe, während Fiat-Geld an Kaufkraft verliert. In einem Crypto Winter wird eine solche Aussage die Preise heute nicht heben, doch sie zeigt, wie Langfrist-Investoren den Trade sehen.

Morehead wies zudem darauf hin, dass viele große Institutionen auch nach der Einführung von Bitcoin-ETFs noch kaum oder keine Krypto halten. Dieser Punkt ist wichtig, weil er andeutet, woher später neue Nachfrage kommen könnte. Bleibt großes Kapital während eines Crypto Winters auf der Seitenlinie, bleibt der Markt schwach. Beginnt es sich nach Beruhigung zu allokieren, kann die Erholung schneller kommen als erwartet.

Lee stellte die einfache „Vier-Jahres-Zyklus“-Erzählung infrage. Er wies auf Anzeichen eines massiven Deleveraging-Ereignisses nach dem Crash von Oktober 2025 hin und betonte, sich die Marktstruktur ständig verändere. Ein Crypto Winter folge nicht immer demselben Drehbuch. Manchmal kommt die Bodenbildung, wenn niemand mehr hinschaut, manchmal nach einer letzten Welle erzwungener Verkäufe. In jedem Fall endet ein Crypto Winter, wenn die Verkäufer erschöpft sind – nicht wenn Optimisten auftauchen.

Regulierung steht im Zentrum dieses Crypto Winters. In den USA debattieren Gesetzgeber über einen Marktstruktur-Vorschlag, der oft als Digital Asset Market Clarity Act of 2025 bezeichnet wird. Das Gesetz will klare Bundesregeln für digitale Vermögenswerte schaffen. Die Gespräche stocken jedoch, unter anderem wegen des Streits darüber, ob Stablecoin-Emittenten zinsähnliche Prämien anbieten dürfen. Das ist relevant, weil Stablecoins die Cash-Seite des Krypto-Handels darstellen. In einem Crypto Winter greifen Trader noch stärker auf Stablecoins zurück, um innerhalb des Ökosystems Wert zu parken.

Trotz der politischen Debatten arbeiten Builder weiter. Stablecoins wachsen, tokenisierte Assets tauchen in Pilotprojekten auf, Großkonzerne erkunden Custody- und Settlement-Technik. Diese Trends sind in einem Crypto Winter oft unsichtbar, weil Preisbildschirme alles übertönen. Sie bauen jedoch die Schienen, die den nächsten Aufschwung tragen können.

Wie soll ein Enthusiast diesen Crypto Winter lesen? Erstens: als Jahreszeit, nicht als Wochenendereignis. Ein Crypto Winter kann lange genug dauern, um Menschen auszulaugen. Zweitens: beobachten, wo sich Stress zeigt. Spitzen in den Liquidationen können weitere Abwärtswellen erzwingen. Trocknet das Volumen und reagiert der Preis auf schlechte Nachrichten nicht mehr weiter, nähert sich der Crypto Winter möglicherweise seinem Ende. Drittens: den Blick auf die Kluft zwischen großen und kleinen Coins richten. Diese Kluft verrät oft, wo Liquidität sitzt – und Liquidität bestimmt das Geschehen in einem Crypto Winter.

Den exakten Wendepunkt kann niemand rufen. Doch ein Crypto Winter hat ein Muster: er endet, wenn Langeweile Panik ablöst. Wer wegen ETFs, Institutionen oder neuer Gesetze ununterbrochene Rallys erwartete, wird an diesem Crypto Winter daran erinnert, dass Märkte zuerst auf Positionierung und Cashflow reagieren. Wenn das Verkaufsdruck nachlässt, kann dieselbe „gute Nachricht“, die im Crypto Winter ignoriert wurde, wieder zählen.

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